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«Ich war überrascht, wie viele Anträge eingegangen sind.»

Text

Michaela Tanner

Erschienen

03.02.2022

Angela Zumbrunn verantwortet seit dem 1. Januar 2022 das Förderprogramm «ici. gemeinsam hier.» von Migros-Engagement. Sie erzählt, nach welchen Kriterien die eingegangenen Projekte ausgewählt werden und was sie bei der Durchsicht der Dossiers ganz besonders überrascht hat.

Bis am 21. Dezember 2021 konnte man bei «ici. gemeinsam hier.» Förderung beantragen. Wo stehen Sie im Auswahlprozess?

Angela Zumbrunn: Wir prüfen, ob die eingereichten Gesuche den Kriterien von «ici. gemeinsam hier.» entsprechen. Danach geben wir die Gesuche mit einer Empfehlung an die Jurymitglieder weiter. Sie haben die grosse Aufgabe, diejenigen Projekte zu bestimmen, die gefördert werden. 

Nach welchen Kriterien werden die geförderten Projekte ausgesucht?

Die Kriterien wurden gemeinsam mit dem Beirat entwickelt. Wichtig ist uns, dass die Projekte grösstenteils auf freiwilligem Engagement basieren, für alle zugänglich sind und die Teams interkulturell zusammengesetzt sind. Die Zielgruppe muss sich auch aktiv einbringen können. Wir suchen besonders innovative Projekte oder solche, die zur Nachahmung inspirieren. 

Was muss ein Projekt erfüllen, um in die engere Auswahl zu kommen?

Neben den vorher genannten Kriterien ist es auch wichtig, dass die Projektteams offen sind, sich weiterzuentwickeln. Wir sind offen für gute Ideen, auch wenn sie noch nicht bis ins Detail entwickelt sind. Wichtig ist uns, dass sie einen Beitrag an ein chancengerechtes und solidarisches Zusammenleben leisten. 

Was hat Sie beim Durchlesen der Gesuche besonders überrascht?

Ich war überwältigt, wie viele Anträge eingegangen sind! Es fällt auf, dass viele Angebote nach der Flüchtlingskrise 2015 entstanden sind und heute bereits sehr professionell aufgestellt sind. Es gibt aber auch neue und kleinere Initiativen, die Personen sehr lokal einbeziehen. Hinter einigen Projekten stehen Personen mit Migrationshintergrund, das gefällt mir besonders gut.

Gab es ein persönliches Highlight?

Mich überzeugen vor allem Projekte, die einen starken Empowerment-Ansatz verfolgen. Also solche, die auf bereits vorhandenen Ressourcen einer Person aufbauen und sie sichtbar machen.

Woher kommen die Projekte? Wer hat sie eingereicht?

Ausführlich informieren wir im Mai 2022 über die Projekte, die von «ici. gemeinsam hier.» über die nächsten zwei Jahre gefördert werden. Ich kann aber verraten, dass wir zahlreiche lokale und überregionale Projektideen aus allen Landesteilen der Schweiz erhalten haben. Und das von sehr kleinen Gruppen bis hin zu grossen Organisationen.

Worauf freuen Sie sich am meisten?

Am 4. Juni 2022 organisieren wir ein Treffen mit allen geförderten Projektinitiant*innen. Dann lerne ich endlich die Menschen hinter den spannenden Projekten kennen. Mich interessieren ihre Beweggründe, sich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Integration in unserem Land einzusetzen. Auf diesen Austausch freue ich mich sehr!

Foto: Marco Zanoni

Zur Person

Angela Zumbrunn (39) ist seit Januar 2022 Projektleiterin Soziales bei der Direktion Gesellschaft & Kultur des Migros-Genossenschafts-Bundes. Die Sozialanthropologin verantwortet das Förderprogramm «ici. gemeinsam hier.» von Migros-Engagement und freut sich auf die Begleitung der Initiativen. Vorher arbeitete sie bei der Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK) als Fachbereichsleiterin Migration. In ihrer Freizeit engagiert sich Angela Zumbrunn ehrenamtlich im Verein «back to the roots». Sie lebt mit ihrer Familie in Bern.