Partizipation beginnt in der Förderung: Erste Erkenntnisse aus dem Changemaker-Programm
Mit den Changemaker-Grants unterstützt «ici. gemeinsam hier.» zwischen 2025 und 2027 insgesamt 23 Organisationen aus der ganzen Schweiz in den Bereichen Integration und kultureller Vielfalt dabei, ihre Aktivitäten und Organisationsstrukturen partizipativer zu gestalten.
Zur Halbzeit des Changemaker-Programms hat die Programmleitung von «ici. gemeinsam hier.» alle 23 geförderten Organisationen in der ganzen Schweiz besucht. Die Gespräche zeigen, welche Ansätze in den Projekten wirksam sind und welche Schlussfolgerungen sich für eine partizipative Förderpraxis ziehen lassen.
Partizipation beginnt nicht erst im Projekt, sondern schon bei der Gestaltung der Fördermassnahmen. Unser Ziel ist es, Organisationen partnerschaftlich zu begleiten und gemeinsam zu lernen.
Angela Zumbrunn, Co-Programmleiterin «ici. gemeinsam hier.»
Freiwillige wirksam einbeziehen
Viele Projekte haben neue Wege gefunden, freiwillig engagierte Personen aktiver in ihre Arbeit einzubeziehen. Besonders hilfreich und schnell umsetzbar waren niederschwellige Umfragen, um die Bedürfnisse besser zu verstehen und Perspektiven sichtbar zu machen.
Auch klar definierte Ansprechpersonen, Weiterbildungsangebote und die Anerkennung von Engagement – etwa durch Zertifikate – stärken Motivation und Verbindlichkeit. Deutlich wurde: Freiwillige wollen nicht nur mithelfen, sondern mitgestalten und Wertschätzung erfahren.
Zusammenarbeit auf Augenhöhe braucht bewusste Gestaltung
Partizipation entsteht nicht von selbst. In vielen Organisationen wirken bewusste oder unbewusste Hierarchien, sprachliche Hürden oder unausgesprochene Machtverhältnisse. Erfolgreiche Ansätze setzen deshalb bei klaren Rollen, transparenter Kommunikation und einem bewussten Umgang mit Machtfragen an.
Einige Organisationen haben Informationen vereinfacht, zum Beispiel mit Bildern oder Symbolen. So werden Entscheidungsprozesse zugänglicher. Andere entwickeln ihre Arbeit grundsätzlich weiter – weg von klassischen Unterstützungsangeboten hin zu offenen Räumen, in denen Teilnehmende Ideen gemeinsam entwickeln und Verantwortung übernehmen.
Was Förderinstitutionen daraus mitnehmen können
Die bislang gemachten Erfahrungen aus dem Changemaker-Programm zeigen: Partizipation stellt nicht nur Anforderungen an Organisationen, sondern auch an die Förderung selbst.
- Beziehungen und Vertrauen sind zentral
Persönliche Begleitung auf Augenhöhe schafft Vertrauen und ist eine wichtige Voraussetzung für eine partizipative Entwicklung. - Veränderung braucht Zeit und Flexibilität
Organisationale Entwicklung verläuft selten linear. Förderansätze, die Anpassungen ermöglichen, sind oft wirksamer als starre Zielvorgaben. - Unterschiedliche Ausgangslagen erfordern differenzierte Förderung
Organisationen bringen unterschiedliche Ressourcen, Erfahrungen und Strukturen mit. Förderinstrumente sollten dieser Vielfalt Rechnung tragen. - Freiwilliges Engagement braucht verlässliche Rahmenbedingungen
Klare Strukturen, Zuständigkeiten und Anerkennung entlasten Freiwillige und fördern eine langfristige Beteiligung. - Förderung ist selbst ein Lernprozess
Förderorganisationen können ihre Wirkung stärken, wenn sie Austausch, Feedback und Reflexion systematisch in ihre Programme integrieren.
Mehr Informationen
Mehr Informationen zum Changemaker-Programm und zu den geförderten Organisationen finden sich hier:
Foto: Zu Besuch beim Verein FAIR in Biel